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Home» Allgemein » Ernste Themen » Steissbeinfistel OP – eigentlich eine kleine leichtbehebare Krankheit

Steissbeinfistel OP – eigentlich eine kleine leichtbehebare Krankheit

15. Mai 2009 | von Kalliey | in Ernste Themen

Ich wurde am 08/05/09 wegen einer Steissbeinfistel operiert, diese war weder eitrig noch entzündet, vielmehr war es nur ein Fistelgang somit konnte die Wunde mit einer primären Naht geschlossen werden, genau so wie ich es mir wünschte.

Nun gut, die OP verlief prima, hatte keinerlei Probleme. Nach einer Woche hatte ich einen enormen Druckschmerz am Steissbeinknochen, der Arzt der mich operierte ( assistierte ) untersuchte mich und vermutete einen Bluterguss und sagte wir warten da nochmals einen Tag ab, gesagt getan.

Am folgenden Tag wurden die Schmerzen immer stärker, ich bin also wieder ins Krankenhaus, diesmal war eine Ärztin da, mit dieser fing mein Leid auch gleich an…

Sie sah da keinerlei Handlungsbedarf wegen dem Bluterguss, ich solle mal Schmerzmittel nehmen das würde dann schon irgendwann aufhören – tolle Aussage.

Dann sagte Sie, dass Sie nun die Fäden zieht ( nach 8 Tagen ), ich widersprach ihr mehrmals da in dem OP-Bericht den ich bekam drin stand, dass die Fäden nach 14-16 Tagen zu ziehen sind, habe ihr das auch mehr als deutlich gesagt und bedenken geäußert, dass die Wunde reissen kann. Ihre Antwort war, dass Sie eine erfahren Ärztin ist und weiss was sie tut und außerdem wäre das Steissbein spannungsfrei und nicht so sehr belastet – aha prima dachte ich…

Am Abend wurde es mit den Schmerzen schlimmer, ich wartete also bis die Dame nicht mehr im Dienst ist und bin nochmals ins Krankenhaus gefahren, der Arzt vom Vortag war wieder da und hat dann das Blut aus dem Bluterguss ablaufen lassen was direkt den Schmerz auch gelindert hatte. Alles schön und gut – dachte ich.

Am nächsten Tag setzte ich mich auf die Toilette – und auf einmal ist mir die komplette Wunde von unten bis oben aufgerissen und es ist ein ordentlicher Schwall Blut aus der Wunde gekommen…

Ich also wieder ins Krankenhaus, natürlich, wie soll es anders sein war die nette Ärztin da.  Nachdem ich ihr erklärt habe das es wohl doch ein wenig früh war die Fäden zuziehen hat die mich sowas von zusammen gemeckert, dass das alles meine Schuld sei, sie wäre eine erfahren Ärztin und weiss was sie tut, das Aufreissen der Wunde hätte überhaupt nichts mit dem Fädenziehen zu tun.

Als Dankeschön hat sie mir nochmal mit Ihrem Finger schön fest in die Wunde gedrückt, eine Kompresse auf die offene Wunde gelegt, ein Pflaster aufgeklebt und gesagt, dass ich das täglich spülen soll und in 2-3 Tagen wieder kommen soll….

Nun gut, ich also direkt ins nächste Krankenhaus gefahren in die Notaufnahme und habe mich erstmal richtig versorgen lassen, die Wunde wurde komplett gereinigt tamponiert und ordentlich verschlossen.

Am nächsten Morgen habe ich mich natürlich direkt telefonisch bei dem Chefarzt der Klinik über das Verhalten der Kollegin beschwert, dieser antwortete sehr nüchtern, dass so eine Wunde auch nach 3 Wochen noch reissen kann und das die halt aus einer Uniklinik kommt und meint sie sei Gott – so wären die da alle. – Unfassbar.

Mittags hatte ich enorme Schmerzen und bin zu dem besagten Chefarzt gefahren, der der Meinung war das die Wunde gut aussieht und das man seit 30 Jahren nicht mehr tamponiert, so eine Wunde zieht man sich täglich selbst auf und spült die mit Wasser aus. – Nunja wenn ich mich im Internet umsehe, ist die Tamponadengeschichte aber relativ oft in Gebrauch…

Gut, mich hat das Vertrauen in die Klinik bzw. in die Ärzte verlassen, somit suchte ich mir einen niedergelassenen Chirurgen, dem erzählte ich alles, der schüttelte nur noch mit dem Kopf…

Er hat die Wunde nun mit 3 Stichen zur Hälfte zugemacht und die untere Öffnung wird täglich tamponiert. – Laut seiner Aussage war das Fäden ziehen wohl zu früh.

An dieser Stelle ein fettes Lob, an eine ebenso fette Twitterin die für diesen Beitrag erstaunlich gute Werbung macht. Danke!

Für alle weiteren:

Die Ärztin durfe 6000 Euro Schmerzensgeld zahlen – es lohnt sich also gegen sowas vorzugehen.



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